01.01.

Später aufgestanden.

Am Vorabend hatten wir unsere Gegenstände nicht gesichert. Was fehlte? Unsere Weinbox war weg - nicht wirklich wichtig. Aber mein Zigarettenroller tat mir weh. Alles was silbern glänzt, weckt Begehrlichkeiten. Selber Schuld. Man muss es positiv sehen. Die kostbaren Dinge waren ja noch da !!!

Der Platz war voller Menschen.

In Südafrika mieten sich Familien einen Stellplatz und verbringen einen ganzen Tag mit Picknick.

Das bedeutet grillen, viel essen, nicht weniger trinken und jede Menge Unrat hinterlassen.

Bei dem Camp fand gerade ein Besitzerwechsel statt. Das bedeutet: das Eingangstor war nicht mehr bewacht.

Keine Registrierung.

Kein Warmwasser. Und vor allen Dingen fuhren in der Nacht immer Fahrzeuge durch, die nicht da sein sollten.

Kein gutes Zeichen.

  

02.01.

Ursprünglich wollten wir noch bis zum 04. bleiben. Aber aufgrund der gegebenen Tatsache beschlossen wir weiter zu fahren.

Wir fuhren nochmals nach Norden zum Franschhoek Pass mit dem sehr gepflegten gleichnamigen Ort. Eine Gegend wie in Südfrankreich. Kein Wunder, denn die Bewohner sind französischer Abstammung.

Ein wieder sehr schöner Pass.

Auf halber Passhöhe ein Camp in einem Nationalpark mit Weltkulturerbeprädikat.

Normalerweise muss man an solchen Orten ein Jahr vorher buchen. Wieder mal Glück gehabt. "Wartet 5 Minuten, ich frage mal nach" hat es geheißen - ein gutes Omen. So war es auch. Ein herrlicher Platz mitten in der Natur.

Noch ein paar Worte zu unserem Fahrzeug. Es gibt absolut nichts auszusetzen.

Wir schlafen gut, was auch mit  den angenehmen Temperaturen nachts zusammenhängt.

Sind rundum zufrieden. Es macht Freude mit so einem Auto unterwegs zu sein!

 

03.01.

Weiterfahrt zum Bain Sklooppass. Benannt nach dem schottischen Erbauer und wieder zurück nach Franschhoeck. Dort was zu Mittag gegessen.

Der einzige Zeitpunkt, an dem unser Fahrzeug nicht auf einem bewachten Parkplatz gesichert war.

Fazit: das vordere Nummernschild war weg. Es kann eigentlich nur dort passiert sein.

Ich nehme an, dass das Souvenierjäger waren.

Wir sind Richtung Kapstadt unterwegs. Dort haben wir in Nordhork ab 04.01. einen Camp reserviert. Wir hatten Kontakt zu Magreth - Mutter einer Kollegin von Monikas' Tochter.

Es ergab sich die angenehme Gelegenheit im großen Garten ihrer Kinder in Hout Bay zu nächtigen.

  

04.01.

Heute bezogen wir unseren vorgebuchten Camp am Capman`s Peak.

Es führt eine spektakuläre Passstrasse zu unserm Camp. Ein ca. 300 m langes Teilstück wurde direkt aus dem senkrechten Fels geschlagen.

Im Jahr 2000 wurde die Strecke gesperrt, weil es nach Steinschlägen mehrere Tote und Verletzte gab. Die strecke wurde dann aufwendig renoviert und ist seitdem mautpflichtig.

Ein vor allem am Abend schönes Bild, wenn die Sonne den roten Fels zum Glühen bringt.

 

05.01.

Kein besonderer Tag - oder vielleicht doch?

Habe heute Geburtstag, und zwar meinen 65.!

Hätte ich mir früher auch nicht vorstellen können, dass ich solch einen Tag ohne Familie  und Freunde feiern könnte. Wäre sicherlich sehr schön gewesen, aber unsere Planung war halt so.

So gingen wir schön essen. Wir, das sind Monika, Magreth und natürlich ich.

Ein sehr schönes Lokal, indem ich dem Anlass gebührend, das beste Steak meines Lebens serviert bekam. Sehr, sehr gut.

War ein unterhaltsamer Abend, zudem auch Magreth ihren Teil dazu beitrug.

Heimfahrt an diesem Abend wollte ich nicht riskieren!!

 

06.01.

Nach sehr gutem Frühstück - wir haben nochmal in Magreths' Garten genächtigt - gings weiter nach llandudno zum Sandy Bay.

Hier haben wir uns mit Tom und Sandy verabredet. Die beiden sind bereits über 5 Jahre unterwegs.

Haben an der Westseite die Strecke bis zum Kap gewagt. Eine riesen Herausforderung und Leistung.

Nachmittag noch nach Camp Bay – Sea Point und Habour Markt, einem Kunstmarkt, in dem es auch Schmankerl für Feinschmecker gibt.

Es soll Leute geben, die beim Anblick solcher landestypischer Genussmittel bis aus Kapstadt anreisen.

Ein Menschenauflauf, indem man wirklich Platzangst bekommen könnte.

 

07.01.

So machen wir nun unsere Ausflüge und Besichtigungen vom Camp aus.

Heute geht’s erstmals nach Kapstadt.

Haben einen bewachten Parkplatz - das ist nach meinen letzten Erfahrungen unerlässlich - direkt am Green Market angefahren.

Wie der Name schon sagt, gibt es da viel grünes, wie Obst, Gemüse und auch weitere gute Sachen zum Essen. Nicht so überlaufen wie der Habour Markt..

Im Anschluss noch ein längerer Spaziergang an der bekannten Kapstadter Waterfront. Mit jährlich mehreren Millionen Besuchern der bestbesuchteste Platz des Landes.

Zum Abschluss des Tages noch eine Fahrt zum Signal Hill.

Von dem Point hat man eine sehr schöne Sicht auf die Stadt mit seinem Strand, auf der anderen Seite der Tafelberg.

Ist schon eine tolle Stadt.

 

08.01.

Ein Faulenzertag. Am Vormittag den Reisebericht akuallisiert. Ca. zwei Wochen nachschreiben ist nicht angenehm.

 

09.01.

Ein Ausflug nach Simon Town. Die Stadt hat einen britisches Flair und ist der größte Marinestützpunkt des Landes.

Am südlichen Ortsrand liegt einer der schönsten Strände der Kaphalbinsel - Boulders Beach.

Riesige, durch das anstürmende Meer abgerundete Granitfelsen geben den Namen. Die Bucht hat noch etwas zu bieten - eine ganze Kolonie Brillenpinguiene! Man kann sie vom Laufsteg aus gut beobachten.

 

10.01. 

Heute geht’s bis ganz ans Ende - zum Cape of good Hope.

Hatten früher die Seefahrer diese gefährliche Stelle schadlos überstanden, war der schwierigste Teil auf dieser Passage gemeistert.

Der Nationalpark bietet einiges. Von schönen Höhenwanderungen bis zum Surferparadies für gehobene Ansprüche. Aber natürlich auch sehr viele Touristen auf der Jagd nach  den perfekten Fotos. Vor allem die Hinweistafel auf das Kap der guten Hoffnung ist ein sehr begehrtes Motiv.

Da muß man ein wenig Geduld aufbringen. Hier muss man in der Regel anstehen, bis man an der Reihe ist.

Auf der Rückfahrt haben wir zufällig einen Camp - direkt am Meer entdeckt. Soetwater Resort.

Am nächsten Tag wollen wir umziehen.

 

11.01.

Umzug zum neuen Camp. Und auf in die nächste Stadt zum Supermarkt - die Lebensmittel der Bordküche müssen weider aufgefüllt werden.

Ein Tag ohne jeden Stress dafür mit  ein, zwei Bier bei Urban:-). Hier hab ich bis dato das beste Bier getrunken. Auch vom ganze Ambiente genau mein Geschmack.

Zu Mittag ins Bakalolo - ein sehr gutes Restaurant mit deutschem Besitzer, das auch im Reise-führer aufgeführt wird. Für Monika mal ein Schnitzel und für mich gibt’s natürlich ein Steak. Hervorragende Qualität - da kommt für mich nichts anderes in Frage!

Bei der Rückfahrt kommen wir in einen Waldbrand. Wir haben das Feuer bis zur Strasse und am Ortsrand von Simontown gesehen. Aber es hat alles sehr professional gewirkt. Wir wurden umgeleitet und kamen etwas verspätet, aber sicher im Camp an.

 

12.01.

Monikas' Tochter Nicole lebt mit ihrer Familie seit 4 Jahren in Hout bay und ist als Lehrerin an der deutschen Schule in Kapstadt beschäftigt.

Sie waren selbst bis zum gestrigen Tag in holiday.

Wir waren den ganzen tag bei ihnen. Es gab natürlich genügend Gesprächsstoff.

 

13.01.

Heute gings zum 2. Mal nach Kapstadt. Kapstadt liegt ca. 45 km nördlich von unserem Camp.

Mit der Gondel ging als erstes auf den Tafelberg. Eines der sieben Naturwunder.

Oft liegt er im Nebel oder ist mit Wolken verhangen. Wir haben einen guten Tag erwischt. Allerdinges ist es bitterkalt und windig.

Im Anschluss Besichtigung einer bunten Wohnsiedlung, Bo-Kaap. Hier lebt Kapstadts muslimische Gemeinde. Die Häuser wurden während der Apartheid vom Abriss verschont. So ist dieser Stadtteil eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Kapstadt.

Auf der Strecke nach Hout Bay liegt der botanische Garten von Kirstenbosch. Ich hätte mir den Besuch vielleicht sogar abkaufen lassen. Wäre allerdings schade gewesen. Hatte ich nicht erwartet.

Auch ein sehr gutes Restaurant names Moyo mit nätürlich guten Steaks:-)!

Zuletzt wurde mir noch ein Ersatznummernschild - das Original ging ja verloren - montiert.

Alles wieder ok.

 

14.01.

Patrick, Monikas` Sohn ist gekommen und macht Urlaub bei Nicole. So steht heute Abend eine Grillfeier mit Freunden bei Nicole an.

So eine Grillfeier ist in Südafrika sehr gefragt und hat Tradition. Es wird nicht wie bei uns mit Holzkohle, sondern mit Holz gegrillt. Es gibt in erster Linie Steaks, aber auch Würste und Salate. Zubereitet wie bei uns. Aber das Fleisch ist einfach super! Anwesend waren zusätzlich noch ein befreundetes Lehrerehepaar und Margreth. Sympathische Menschen - ein sehr, sehr schöner Abend!

Das Auto parkten wir im Hof. Die ganze Anlage ist durch einen Elektrozaun gesichert. Sollte es Alarm geben, ist in 3 bis 5 Min der Sicherheitsdienst vor Ort.

Monika ließ ihre Sandalen ungefähr einen Meter hinter dem Tor vor usnerem Auto stehen. Am nächsten Morgen standen sie natürlich nicht mehr dort. Es wird anscheinend jede - noch so kleine Gelegenheit zum Diebstahl ausgenutzt. Aber wenn man die Armut und die auch heute noch bestehende Diskriminierung sieht, ist das Wahrscheinlich nicht verwunderlich. Sollte es uns so ergehen weiß nicht nicht, ob wir nicht auch so reagieren würden. So sehen wir wir es als unwichtiges Reiseerlebniss an. Es ist ja nicht wirklich etwas passiert.

 

15.01.

Ricarda, Monikas` Enkelin ist heute neun Jahre alt geworden. Bei den Fellners ist es Brauch, daß das Geburtstagskind über den Tag bestimmen kann. So war ihr Wunsch eines Picknicks in einem Park in Kapstadt erfüllt. Sehr windig an diesem  Tag - wie die ganze Zeit schon.

Wir fuhren am Abend wieder zurück nach Soedwater zu unserem Camp.

 

16.01

Nicole hat für uns eine Führung in den Town Ships organisiert. Dort sieht man die andere, wirkliche Seite Südafrikas. Hier ist man am Puls der Zeit.

Ursprünglich die Zentren des Wiederstands gegen die Apartheid–Regierung.

Die Menschen haben sich hier in Wellblech- und Holzhütten so gut es eben geht eingerichtet. Überraschenderweise bringen die Menschen hier den Touristen eine natürliche Freundlichkeit entgegen. Hier sind alle Nationalitäten vertreten.

Die Führung war sehr informativ und spiegelt die Gefühle dieses Landes sehr authentisch wider. Am Vorabend hat mir Tom, ein Arbeitskollege von Nicole, noch sicherlich nützliche Tips zur Weiterreise in diesem Land gegeben. Es gibt da noch mehrere  (einige sind wir ja schon gefahren) Strecken für Allrader, die man auf jeden Fall sehen sollte.

Tom ist mit seiner Familie seit 4 Jahren in Südafrika. Ebenfalls stolzer Landybesitzer.

Für die Strecken, die wir noch auf dem Programm haben, ist es dringend erforderlich einen Hirschfänger mit Seilwinde zu besitzen. Man sollte jedes Risiko so gut es eben geht in diesen Breiten minimieren. So habe ich am Nachmittag Firmen, deren Adressen ich von Tom hatte abgeklappert.

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche werden die Teile montiert.

Ich fühle mich nun wohler - und Monika sowieso.

 

17.01.

Ich habe Monika bei Ihrer Familie abgeliefert und mache mich auf die Suche nach einer größeren Gasflasche mit Brenner. Beim dritten Laden - dem Safaricenter - wurde ich fündig.

Nun bin ich Besitzer eines Hirschfängers, was zum einen praktisch ist und zum anderen aber auch das Äußere meines Landys enorm aufwertet.

Auf der Heimreise zum Camp machten wir bei einem Weingut, Cape Point zum Wine Tasting Halt.Wir haben 5 Sorten Weisswein getestet,  einen sehr guten Brotzeitteller mit Kkäse, feinem Rauchfleisch usw. genossen und natürlich den Wein, der uns am meisten überzeugt hat, gekauft.

 

18.01.

 

Ganzen Tag auf dem Camp Soetwater.

Wir sind an so einem Tag Selbstversorger.  So wird gekocht, das Fahrzeug wieder in Ordnung gebracht, Reisebericht schreiben usw. Gegen Abend hat uns noch Patrick auf zwei Bier besucht. Er war auf dem Nachhauseweg vom Cap der guten Hoffnung und hatte Sonnenbrand, der mußte gekühlt werden.

 

19.01.

Monika blieb in Hout Bay und besichtigte mit Patrick den alten hafen usw. Ich fuhr nach Kapstadt um mir die vereinbarten Teile montieren zu lassen. So gegen 9 lieferte ich mein Fahrzeug bei Seven Landy ab.

So hatte ich genügend Zeit um zu Fuß die 8 km nach Kapstadt zu laufen. Ich war ja im Industriegebiet. Es war ein schöner geteerter Weg, aber die Srecke führte immer am Bahngleis und Bahnhof entlang.

Hier leben junge Aussenseiter in zusammengebastelten Zelten. Junge Menschen unter Müll.

Schlimm, schlimm. In diesem Alter und praktisch keine Zukunft. Man hat natürlich eine Tasche mit, und das könnte wiederum Begehrlichkeiten hervorrufen. Ich habe bemerkt, daß meine Gangart schneller wurde, obwohl ich keinerlei Terminprobleme hatte.

Zurück natürlich derselbe Weg. Man wird allerdings sicherer und gewinnt Vertauen.

Bei der werkstatt angekommen wurde mir offeriert, daß die zwei gebrauchten Seilwinden, die sie lagernd hatten nicht gebrauchsfähig seien. So wurde es eine neue - was mir ohnehin viel lieber ist. Ich war noch nie ein großer Freund von gebrauchten Dingen.

Durch den Nachhauseweg und die hohe Temperatur - es hat so um die 30 grad - muß ich selbstverständlich noch auf ein Bier zu Durban. Seit wir in Hout Bay waren, ist kein Tag vergangen an dem wir nicht in dieser Kneipe waren:-).

Und wer saß drin? Moni und Patrick - das ist timing! Ich hatte mich schon gewundert, warum das Bier so gut schmeckt. Jetzt weiß ich es. Patrick hat sich noch für den Abend – zum Bayernspiel gegen Freiburg - ein Packet mitgenommen. Darauf stand: gebraut nach Kölsch Art und dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516. So etwas nennt man Wissenserweiterung. Am Abend noch FC Bayern gegen Freiburg im Internet verfolgt und uns über das Bayerndusel nicht gewundert.

Monika hat auf Couch und ich im Landy geschlafen - ich lasse ihn nicht in der Nacht allein...

 

20.01.

Heute das gleiche Spielwieder. Fahrzeug abgeliefert und zu Fuß nach Cap Town. Auf dem Rückweg haben mich schon einige erkannt und mir zugewunken. In Kapstadt habe ich an der Waterfront erstmals Afrikan gegessen. Springbock mit Kuskus oder so ähnlich.

Man sieht bei der Zubereitung mit und es hat mir auch noch sehr gut geschmeckt. Für Vegetarier ist Südafrika denke ich nicht das optimale Land. Fahrzeug stand abholbereit. Eine sehr gute Werkstatt, in der Preis-/Leistung stimmen!

Am Abend, wo wohl, mit der gesamten Familie Fellner zu Durban. Nicole und Moni haben sogar getanzt. Ein schöner Abschluß in Hout Bay.

  

21.01.

Nach dem Frühstück noch zu Tom, Tanja und Margreth zum Verabschieden gefahren. Für Tom war natürlich mein aufgemotzter Landy interssant.

Ab nun geht’s hoch an der Westcoast Richtung Namibia.

Mittags haben in einem Farmstall Rast gemacht. Diese Stalls sind kleine Geschäfte, die ihre selbstproduzierten Produkte anbieten. Am Eingang des West Coast Nationalparks haben wir einen schönen Camp am Meer gefunden.

 

22.01. 

Eingang West Coast Gate. Thaarsbankfelsen mit toller Brandung. Vorbei an Kraalbaai zum Bird Hide. Flamingos waren leider ein wenig weit weg. Im bekannten Geelbeck Restaurant gegessen - zur Abwechslung mal Fisch.

Über Langebaan und Paternoster Richtung Cederberge zu unserem nächsten Ziel. 10 km vor Citrustal am Piekenierskloof–Pass, sehr schöner Camp mit Blick auf die Cederberge.

 

23.01.

9 uhr Abfahrt, wie eigentlich immer um diese Zeit. Wir haben vor, in den Cederbergen 4 Tage zu bleiben. Da wir überwiegend Selbstversorger sind decken wir uns im Supermarkt für diesen Zeitraum mit Lebensmittel ein. Auch meine neue Gasflasche konnte ich an dem Ort auffüllen lassen.

Algeria Cederberg Wilderness Area liegt ca. 20 km vom Eingang zum Park. Ein wirklich herrlicher Camp! Naturbelassen und an einem kleinem Wildbach kann man sogar baden. Haben wir auch getan.

Heute gabs zum Abendessen zum ersten Mal Braai - so nennen die Südafrikaner ihre Art zu grillen. Bei dieser Art wird nicht mit Holzkohle - wie bei uns - sondern mit Holz gegrillt. Man konnte es essen, ist aber noch verbesserungsfähig. Alles braucht bekanntlich seine Zeit:-).

Nachdem es ein Naturpark ist, gibt es Nachts auch keine Beleuchtung. Im Halbdunkel ging ich zum duschen. In diesen Breiten wird es ziemlich schnell finster und wirklich dunkel. Dadurch auch der wunderbare Sternenhimmel. Ohne Stirnlampe unterwegs kam ich knapp vom Weg ab. So ging ich über eine Abgrenzung, die über 1m hoch war. Sauber abgerollt, wie es sich gehört. Aber ein paar Prellungen und Zerrungen sind tortzdem geblieben. Nichts gebrochen - das hatte ich richtig Glück!

 

24.01. 

Heute geht’s auf Gravel, teilweise eine richtige Waschbrettbahn über Glannwilliam, Pakhuis Pass zur Traveller Rest Farm. Von hier aus gehe ich den Sevilla Rock Art Trail. Hier haben die San, die Ureinwohner, faszinierende Felsenzeichnungen hinterlassen.

Es erzeugt ein besonderes Gefühl an einem Ort zu stehen, an dem vor tausenden von Jahren Menschen standen, um Zeichen für die Nachwelt zu hinterlassen, wenn sie nicht mehr sind.

Moni blieb auf der Farm. Ist zu anstrengend für sie und auch sehr heiß.

Noch eine nette Begebenheit am Rande: zu der Farm kam ein Sslzburger - auch mit einem Landy unterwegs. Ins Gespräch gekommen, stellte sich heraus, daß er unsere komplette Amerikatour verfolgt hat. Er wusste sogar unsere Namen und daß ich ein Baugeschäft hatte. Die Welt ist klein...


25.01.

Heute im Park das Camp gewechselt. Ca. 40 km südlich von Algeria noch ein Camp. Von diesem ist es effektiver unser nächstes Vorhaben anzugehen.

In Sanddrif, in einem Weingut die Permits für den Camp, den naheliegenden Matjiesriver Trail mit einer interessanten Wandmalerei – mit Elefantendarstellungen  und schönen Naturhöhlen. Auch ein Permit für mich zu der Wanderung zum sogenannten Malteser Kreuz - einer Natursteinskulptur.

Wir sind gut in der Zeit, so haben wir den Trail zur Zeichnung und Höhle noch an diesem Tag geschafft. Am Abend im Camp wieder nach Südafrikanischer Art gegrillt. Wird immer besser:-)!

Noch eine kleine Geschichte zum Schmunzeln und für Tierliebhaber: wenn wir tagsüber unterwegs sind, wird die Liegestätte als Ablage benutzt. Auch unser Heckzelt liegt da. Da wir es am Vortag nicht aufgebaut haben, wird es über Nacht an einem trockenen Platz im Freien gelagert. Morgens kommt alles auf unsere Liegefläche. Als ich am Abend das Teil aus dem Wagen heben wollte, sah ich ganz kurz ein größeres, ca.10 cm großes Tierchen huschen. Schnell wollte noch das Teil herausziehen, um zu sehen was das eben war - ein kurzer Schmerz im Mittelfinger war das Ergebnis! Ich dachte erst an einen Skorpion, sowie an dessen Eventualfolgen...Somit alles raus und suchen. Gott sei Dank hat sich die Spinne - eine solche war es dann - nicht verkrochen. Sie kauerte in einer Ecke beim Sicherheitsgurt und hatte Angst.

Zwei Versuche sie mit einem Stück Küchenrolle zu fangen, scheiterten. Aber mittlerweile war sie so nah am Schiebefenster, daß ich dieses öffnete und die Spinne mit einem Stock in die Freiheit entließ. Ein Prachtstück von 10 cm ! So etwas bekommt man bei uns nicht zu sehen. Schade.

 

26.01.

Heute heißt es früh aufstehen - 5 Uhr 30. Die Wanderung zum sogenannten Malteser Kreuz. Schnelles Frühstück, ausräumen, alles was Monika das Leben im camp erträglich macht. Die Anfahrt mit dem Auto sind ca. 10 km.

Um 6 Uhr 30 war ich am Startpunkt. In die Area kommt man durch ein Tor mit Zahlenschloss. Den Code erwirbt man mit dem Kauf eines Permits - so einfach ist das.

Schnell noch ein Foto und los geht’s - gut motiviert. Nach ca. 20 Min schnellen Schrittes überkommt mich ein ungutes gefühl!!! Der Autochlüssel!! In der Tasche ist er nicht, demnach also noch auf dem Beifahrersitz - da gehört er auch hin...Also schnell zurück, hilft ja nicht.

Neuanfang 7 uhr 15 mit dem Bewusstsein, diese verlorene Zeit sicher in der Hitze laufen zu müssen. Es ging gut voran. Ein  wunderschöner Wanderweg, aber halt bald heiß. Die afrikanische Sonne kennt da keine Gnade. Die Tour wurde im Reiseführer mit 5 Std. berechnet. Im Ziel angekommen, alles im grünen Bereich. Noch die Hälfte vom Wasser, kann also nichts fehlen. In aller Ruhe noch ein paar Fotos und auf geht’s Richtung Heimat. Bei ca. halber Wegstrecke: wo ist eigentlich meine Brille ????? In der Tasche? Nein !!

So muß ich sie oben beim Kreuz - wegen der Fotos den Schweiß in den Augen - ich kann mich genau erinnern, auf einem Stein abgelegt haben. Hilft nichts, nochmal hoch. Und dazu die afrikanische Sonne, wie gesagt. Unter diesen Voraussetzungen geht man einfach schneller, und dadurch wird der Schweiß nicht weniger. Kurze Rede langer Sinn: die Brille hab ich nicht mehr gefunden. Man muss sich schon auf neue motivieren. Wie? "So gut gesehen hab ich mit ihr eh nicht mehr" -  oder: "die modernste war sie noch nie", usw. Als ich unten ankam war meien erste Maßnahme jedenfalls ein kühles Blondes aus dem Kühlschrank zu köpfen. War das gut.

Das sind so die Erlebnisse, die man nicht vergißt. Der Mensch ist so strukturiert, dass sich kleine, negative Erlebnisse eines Tages in der Erinnerung zum positiven wenden.

Am Nachmittag verlassen wir den Camp und fahren wieder zu dem, bei dem wir vor dem Eintritt in die Cederberge waren. 10 km vor Citrustal noch einen Satz zu Wasserhaushalt in diesen Breiten: um vor der abfahrt nicht allzuviel schleppen zu müßen, hab ich noch gut einen halben Liter wasser getrunken. 1,5 ltr. hatte ich mit. Als ich zurückkam am Auto das erste Bier. Im Camp das zweite. So bis 22 uhr noch ein paar mehr:-). Zu wenig getrunken hatte ich nicht, aber zur Toilette musste ich seit dem Morgen erstmals kurz vor 23 Uhr. Man bemerkt den Schweiß nicht - die trockene Luft  tocknet ihn sofort. Das ist gefährlich.

 

27.01.

Heute Morgen leichter Regen. Es fühlt sich nicht wie Regen an, sondern wie ganz dicker Nebel. Wir fahren Richtung Küste und die Sonne läßt sich bald wieder blicken.

In Lamberts Bay kurz vor Mittag angekommen, gehen wir erst Mal in das bekannte Fischlokal von Isabella.  Hat sehr gut geschmeckt. Dieses Lokal liegt direkt am alten Hafen. Von dort aus noch eine Wanderung zum Bird Island Nature Reserve. Hier kann man aus nächster Nähe Kaptölpel und einige andere Vogelarten beobachten.

Camp in Lamperts Bay mit Blick auf Meer und Leuchtturm.

  

28.01.

Heute habe ich 10 km hinter Lamberts Bay einen Dünenkurs gebucht. Hier toben sich auf der Privatfarm der Familie Engelbrecht adrinalinsüchtige Offroader einen Tag lang im Sand aus. Wir waren 17 Fahrzeuge, und meiner war als einziger Diesel das Schwächste. Der Ablauf ist folgendermaßen: der Guide, in dem Fall die Nichte des Hauses, bestimmt als führendes Fahrzeug die Strecke. Ich, als schwächster (wie bei den Mototouren, der Schwächste muß vorneweg) unmittelbar hinter ihr. Es war ein super Vormittag. Dann war für mich und mein Fahrzeug Schluß.

Nachmittag gings dann richtig zur Sache, da wäre ich nur Hemmschuh gewesen. Aber eine Menge Infos über Sandfahrt mit dem richtigen Luftdruch usw. Ich hoffe, diese Erfahrungen werden mir in Zukunft noch von Nutzen sein. Jedenfalls war der Dunesdrive 4 x 4 ein echtes Erlebnis, mit viel Sand, Bier, und Spass mit netten Menschen.

Übernachtung in Vredendal. Sehr schöner Platz.

 

29.01.

Fahren stand heute auf dem Programm. Sind über 600 km zu den Wasserfällen im Augrabies Falls National Park gefahren.

Hier am Abend angekommen, haben schon Affen auf uns gewartet, um uns im rictigen Augenblick unser Brot und unseren Käse vom Teller zu klauen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die Affen oder manche Menschen die schnelleren Diebe sind. Paralellen sind sicher vorhanden.

 

30.01.

Eine Rundfahrt durch den Nationalpark. 90 km Gravel aber sehr schön. Wir haben heute viele Tiere gesehen. Zu Mittag im Restaurant im Park noch Münchner getroffen. BMW hat hier mit allen Modellen eine Teststrecke angemietet.